Vortrag: Antisemitismuskritik in postkolonialen und postnationalsozialistischen Kontexten

Donnerstag, 9. Februar 2012, 20 Uhr

Vortrag mit Prof. Dr. Astrid Messerschmidt (Pädagogische Hochschule Karlsruhe)
Im Jugendzentrum Paul-Gerhardt Haus, Friedrichstr.10, Münster

Um die Nachwirkungen von Kolonialismus und Nationalsozialismus in der Gegenwart wahrnehmen zu können, bedarf es einer unterscheidenden Analyse beider Geschichtszusammenhänge. Diese Unterscheidung bildet eine Voraussetzung, um ein postkoloniales Erinnern und Aufarbeiten in einer postnationalsozialistischen Gesellschaft zu realisieren. Hinsichtlich der rassistischen Struktur ähneln antisemitische Stereotype den kolonialen Bildern, hinsichtlich der Feindbilder unterscheiden sie sich. Nach 1945 legitimiert sich der moderne Antisemitismus dadurch, dass er die Opfer der Shoah als Täter erscheinen lässt. Die Grundstruktur des sekundären Antisemitismus besteht in einem Abwehrverhältnis zum Nationalsozialismus. Gegenwärtig wird dafür insbesondere der Nahostkonflikt instrumentalisiert. Aus dem Reservoir antisemitischer Stereotype bedienen sich zunehmend marginalisierte gesellschaftliche Gruppen an verschiedenen Orten der Welt, die darin Erklärungsmuster für eigene Ausgrenzungserfahrungen vorfinden. Ausgehend von der inneren Heterogenität postkolonialer Theorien geht der Vortrag auf Nähen zu sekundär antisemitischen Vorstellungen ein und skizziert alternative Ansätze einer Reflexion rassistischer und antisemitischer Muster in der globalisierten Gegenwart.

Eine Veranstaltung der Projektstelle Rassismuskritik des AStA der Uni Münster im Rahmen der Reihe „Interventionen- Beiträge zur Kritik des Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus“.

Einlassvorbehalt:
Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

Zur Situation der Roma in Ungarn – Eindrücke einer Jugendbegegnung


Die Veranstaltung muss leider ersatzlos ausfallen. Der letzte Termin der Reihe ist am 9.2.2012, 19 Uhr mit Prof. Dr. Astrid Messerschmidt zu Antisemitismuskritik

Mittwoch 18. Januar 2012, 18 Uhr

Vortrag mit Kenan Emini und Jana Pollmann (Roma Center Göttingen e.v)

Roma werden in Ungarn von der rechtsextremen Jobbik-Partei gerne als gängiges Feindbild herangezogen, wobei auf unterstem Niveau Vorurteile geschürt und Schuldige für Ungarns Missstände präsentiert werden. Folge dieser Anstachelung zu Hass auf Roma waren mehrere tödliche Attentate auf ganze Roma Familien und die Belagerung des von Roma bewohnten Dorfes Gyöngyöspata durch rechtsextreme militante „Bürgerwehren“. Erst durch die zeitweise Evakuierung des Dorfes und massive Polizeipräsenz konnte eine weitere Eskalation verhindert werden. Kenan Emini vom Roma Center Göttingen e.V. Berichtet von der Reise einer internationalen Jugendgruppe in dieses Dorf und erläutert, was die Entwicklungen in Ungarn für alle Roma in Europa bedeuten.

im Jugendzentrum Paul-Gerhardt Haus, Friedrichstr.10, Münster

FM-Anlage und Gebärdensprache

Für die Veranstaltungen wird es eine FM-Anlage für schwerhörige Menschen geben.
Gebärdensprachdolmetscher werden anwesend sein.
Für beides ist eine Anmeldung bis Anmeldung bis zum 11.01.2012 unbedingt erforderlich!
Bitte melden Sie sich/ meldet euch bei Bedarf bis spätestens eine Woche vor der Veranstaltung unter rkritik@gmx.net oder bei der Hörbehindertenberatung Münster an:

Esther Lißeck
Beratungsstelle für hörbehinderte Menschen
PARISOZIAL MÜNSTERLAND
Hafenweg 6 – 8
48155 Münster
Tel: 0251 / 6185 124
Fax: 0251 / 6185 145
hoerbehindert-ms@parisozial.de

Einlassvorbehalt:
Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

Die Akte James Knopf – Afrodeutsche Wort- und Streitkunst

Dienstag, 13. Dezember 2011, 19 Uhr

Spoken Word Performance mit Philipp Khabo Köpsell (Berlin)

zum Autor: Philipp Khabo Köpsell, geboren 1980, ist Spoken Word Künstler und Aktivist deutsch-südafrikanischer Herkunft. Er wuchs in Göttingen auf und Studierte Afrikawissenschaften und Englisch in Berlin. Aufgetreten ist er bei diversen Poetry-Veranstaltungen der Schwarzen Community, antirassistischen Kundgebungen und Tagungen in Deutschland und Südafrika. In seinen Texte thematisiert er den alltäglichen Rassismus, die Schöpfung neuer, selbstbestimmter Räume und die verzerrte Welt der Popkultur. mehr Infos…

im Jugendzentrum Paul-Gerhardt Haus, Friedrichstr.10, Münster

Einlassvorbehalt: Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

17.11.2011 : *Wir wollen in Freiheit und Würde leben!***Nous voulons vivre en liberté et dignité!*** We want to live in Freedom and Dignity!*

*Donnerstag, 17.11.2011, 19.15 Uhr*
***im Schloss (Münster: Schlossplatz 2, Raum S6)*


Flüchtlinge aus dem Lager Bramsche-Hesepe berichten über ihre Situation
und die aktuell andauernden Proteste. Mit Bildern, Videos und Diskussion.

Das von Stacheldraht umzäunte und von Sicherheitspersonal bewachte
Flüchtlingslager Bramsche-Hesepe kann bis zu 700 Flüchtlinge aufnehmen. Es
ist ein totales Isolationssystem, in dem Menschen abgeschlossen von der
Gesellschaft und fremdbestimmt leben müssen. Ein solches Leben ist
erniedrigend und entmündigend.

Seit Februar protestieren wir gegen diese Bedingungen.

Mehr Infos: lagerhesepe.blogsport.eu

Veranstaltet von:
Flüchtlingscommunity Hesepe, NoLager Osnabrück, Karawane für die Rechte der
Flüchtlinge und Migrant_innen, grenzfrei Münster

Vortrag: „Es war eben so willkürlich“– Antisemitismus als Herrschaftsverhältnis in der DDR

Freitag 18.11.2011, 20 Uhr

Mit dem AK „Stalin hat uns das Herz gebrochen“ der Naturfreundejugend Berlin

Voller Enthusiasmus remigrierten jüdische Kommunist_innen nach dem Sieg über Nazi-Deutschland in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ), um sich am Aufbau des Sozialismus zu beteiligen. Mit dem antifaschistischen und antikapitalistischen Selbstverständnis des jungen Staates galt es, das notwendig falsche Bewusstsein der Bevölkerungsmehrheit, die sich noch wenige Jahre zuvor für Nationalsozialismus, Antisemitismus und Rassismus begeistert hatte, zu überwinden. Doch die Bindung der SED an Stalin führte schnell zur bitteren Enttäuschung. Im Zuge der stalinistischen „Säuberungen“ Anfang der 1950er Jahre wurden in den in Osteuropa stattfindenden Schauprozessen antisemitische Ressentiments mobilisiert. Auch in der DDR wurden Kommunist_innen durch ihre eigenen Genossinnen und Genossen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft als „Zionisten“, „westliche Spione“ und „Kosmopoliten“ diffamiert.
Mit der Veranstaltung sollen die Verschiedenen Aspekte des Antisemitismus in der Politik der SED, aber auch in der Bevölkerung vorgestellt und anhand von Thesen diskutiert werden. Es wird der Fragen nachgegangen: Wann und wo die Brüche lagen, bei denen autoritäre Parteipolitik revolutionäre, emanzipatorische Positionen ausschlossen und sich antisemitischer Rhetorik und Praxis bediente wurde?

Eine Veranstaltung des AstA der Uni Münster- Projektstelle Rassismuskritik,
in Zusammenarbeit mit der emanzipatorischen antifa münster

Im: Krachtz- Linker Infoladen am Nieberding 8, MS

Einlassvorbehalt:
Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.